Wie gefährlich sind Ihre Kids & Teenager?

  • Droht ein Kind oder Jugendlicher und neigt zu zielgerichteter Gewalt?
  • Scheint die Person fähig zur Umsetzung?
  • Sind Sie unsicher, was zu tun ist oder haben Angst?

 

Dieses neue Online-Tool hilft Ihnen bei der Einschätzung, prüft Ihre Wahrnehmung und leitet rasch weitere Schritte ein.

 

Es können beliebig viele Fälle eröffnet und eingeschätzt werden.

 

Auswertung

 

Aufgrund der Online- Auswertung sowie einer detaillierten Beurteilung des Resultates durch ausgewiesene Fachpersonen, kann das weitere Vorgehen definiert werden. Parallel dazu werden per Mail das Auswertungsprotokoll und hilfereiche Informationen an die fallführende Person versandt. 



Hinsehen, zuhören, auswerten...

 

"Vieles kann wertvolle Hinweise über Ihr Kind oder Ihren Jugendlichen liefern. z.B.:

Seine Einstellung gegenüber Gewalt

Konflikt- und Gewalterfahrung

Aktuelle Trennungs- oder Demütigungserfahrungen

Schützende Faktoren innerhalb der Familie, der Peergroup oder der Schule usw.

Es lohnt sich, genau hinzusehen, Aussagen oder auffälliges Verhalten zu beachten und möglichst im Team das Beobachtete zu bewerten. Dabei werden Sie durch das neue Online-Tool angeleitet und unterstützt".

 

Christian Randegger, lic. theol.; MAS Ausbildungsmanagement; Kriseninterventionstrainer und das Expertenteam

Hintergrundwissen

Vier Schutzfaktoren

Bei auffälligen Jugendlichen ist nicht nur nach problematischen Faktoren zu suchen, sondern es sind gleichfalls auch schützende Faktoren zu berücksichtigen. Liegen Schutzfaktoren in ausreichender Intensität vor, so werden selbst Jugendliche mit intensiven Gewaltphantasien diese Phantasien nicht in der Realität umsetzen. Hier ist vor allem das sogenannte «soziale Band» eines Jugendlichen relevant. Es besteht aus vier Faktoren, die gemeinsam der Ausübung einer schweren Gewalttat entgegenwirken. Sind diese vier Faktoren nachweislich stark ausgeprägt vorhanden – ist ein Jugendlicher also sozial gut eingebunden, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass er ein School Shooting umsetzen wird. Erst wenn diese Faktoren nur schwach ausgeprägt sind, ist er in der Lage, seine Tötungshemmung zu überwinden und eine bislang nur phantasierte Tat zielgerichtet zu realisieren.

 

1. Stabile emotionale Bezugspersonen

Wenn der Jugendliche Menschen in seinem Umfeld hat, denen er seine Nöte schildern kann und von denen er glaubt, dass sie ihm in Krisensituationen helfen werden, so sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er eine schwere Gewalttat ausüben wird. Bei diesem und den weiteren Faktoren ist es jedoch überaus wichtig, stets die subjektive Sichtweise des Jugendlichen selbst zu berücksichtigen. Es ist gut möglich, dass sich zum Beispiel seine Eltern sogar aktiv um den Schüler bemühen, er jedoch aus seiner eigenen Sichtweise heraus keine emotionale Verbindung zu ihnen spürt. Ausschlaggebend ist in Bezug auf die Faktoren des sozialen Bandes immer seine eigene Weltsicht.

 

2. Gefühl der Selbstwirksamkeit

Spürt ein Jugendlicher seine Selbstwirksamkeit beziehungsweise glaubt er, eine positive Zukunft für sich aus eigener Kraft erreichen zu können, so sinkt die Wahrscheinlichkeit einer durch ihn verübten Gewalttat.

 

3. Soziale Einbindung

Je stärker ein Jugendlicher in traditionellen Gesellschaftsbezügen verankert ist (je besser er also in Schule, Hobbys, Vereinsstrukturen eingebunden ist), desto eher wird er sich als ein Teil der Gesellschaft fühlen und desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er gewalttätig wird.

 

4. Normtreue

Je stärker er an den Sinn von traditionellen Normen und Werten glaubt (relevant sind vor allem Normen zum Gewaltverzicht), desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er gegen diese Normen und Werte verstossen wird.

Konsequenterweise sind diese vier Faktoren bei jugendlichen School Shootern meist schwach ausgebildet. Kurz vor ihrer Tat

  • verfügen sie in ihrer subjektiven Sichtweise in aller Regel nicht mehr über Freunde oder Familienmitglieder, bei denen sie sich emotional aufgehoben fühlen
  • glauben sie, ihre Ziele in der Gesellschaft nicht auf herkömmlichem Wege selbst erreichen zu können
  • verfügen sie nicht mehr über eine gut strukturierte Einbindung in Gruppenstrukturen
  • erlaubt es ihnen ihr Normsystem, Menschen unter bestimmten Voraussetzungen zu töten.

Das Thema Amok im Unterricht

Die Thematisierung von Amok im Unterricht erweist sich in der Praxis als schwierig, denn es bestehen nicht zu unterschätzende Gefahren:

  • werden Trittbrettfahrer möglicherweise erst auf die Idee gebracht, z.B. durch eine schnell auf die Toilettentür gekritzelte Amokdrohung oder durch einen anonymen Anruf das ganze Schulsystem in Aufregung zu versetzen
  • können Jugendliche, die tatsächlich umsetzungsorientierte Gewaltphantasien haben, durch eine leichtfertige Umgangsweise mit dem Thema angeregt werden.
  • die tatsächliche Umsetzung ihrer Phantasien wird dadurch wahrscheinlicher.

 

Um solche Nebenwirkungen einer eigentlich gut gemeinten Absicht zu vermeiden, sollte in jedem Fall von der Nutzung von Theaterstücken, Romanen oder Filmen zum Thema abgesehen werden. In aller Regel sind die darin dargebotenen Inhalte nicht nur sachlich falsch, sondern bieten gefährdeten Jugendlichen auch die Möglichkeit einer Identifizierung mit dem Täter. Zudem sollte Wert darauf gelegt werden, alles zu vermeiden, was von einzelnen Schülern als Heroisierung der Täter gewertet werden könnte. Hierzu zählt die Fokussierung auf Täter statt auf Tatfolgen, ebenso wie die unzulässig verkürzte Darstellung komplexer Zusammenhänge. Stellt man zum Beispiel die Täter vereinfachend als gemobbte Jugendliche dar, die sich rächen wollten, dann können sich einige Schüler leicht in die Situation eines gemobbten Jugendlichen hineinversetzen. Wird hingegen die Komplexität der Zusammenhänge geschildert und darauf verzichtet, Bilder der Täter oder ihre Schriftstücke zu zeigen, dann wird deutlich, dass die Lebenslage der Täter und die Lebenslage der Schüler sich deutlich unterscheiden. Der Nachahmungseffekt wird auf diese Weise reduziert. 

Prävention

Den besten Schutz vor School Shootings stellen allerdings stets gute präventive Bemühungen an Schulen dar. Die effektive Steigerung sozialer Kompetenzen bei Jugendlichen hilft dabei, die für solche schweren Gewalttaten typischen Problemlagen gar nicht erst entstehen zu lassen. Ebenso unterstützen ein positives Schulklima und eine Sensibilität für Probleme sowie Warnsignale der Schüler dabei, negative Entwicklungen schnell auszugleichen und den Weg zur Gewalt frühzeitig in eine prosoziale Richtung zu lenken.

 

© 2018 Der gesamte hier angezeigte Inhalt ist geschützt und Eigentum von 17minutes AG.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0